Cocktail-Bitters vs. Bitterliköre: Was ist der Unterschied?
Cocktail-Bitters und Bitterliköre verleihen Drinks beide Bitterkeit, sind aber grundlegend verschiedene Produkte. Das eine wird spritzerweise verwendet, das andere zentiliterweise.

Was ist der Unterschied zwischen Cocktail-Bitters und Bitterlikören?
Cocktail-Bitters sind hochkonzentrierte pflanzliche Extrakte, die spritzerweise zum Würzen eines Drinks verwendet werden. Bitterliköre wie Campari, Fernet Branca und Aperol sind vollwertige Zutaten, die zentiliterweise als Kernbestandteil eines Cocktails verwendet werden. Cocktail-Bitters sind der letzte Schliff. Bitterliköre helfen, den Drink selbst zu definieren.
Wie unterscheidet sich ihre Herstellung?
Cocktail-Bitters entstehen durch Mazeration von Kräutern in hochprozentiger neutraler Spirituose, woraus ein intensiv konzentriertes Produkt entsteht, meist mit gut 40 bis 45% vol. Bitterliköre beginnen mit einem ähnlichen Aufgussverfahren, werden aber verdünnt, mit Zucker gesüßt und mitunter gefärbt. Der Zusatz von Zucker und die geringere Konzentration machen sie in größeren Mengen trinkbar.
Wie werden sie in Cocktails unterschiedlich verwendet?
Cocktail-Bitters werden in Spritzern bemessen. Zwei oder drei Spritzer Angostura in einem Old Fashioned sind eine typische Menge. Bitterliköre werden in Zentilitern bemessen. Ein Negroni verlangt 3 cl Campari. 3 cl Cocktail-Bitters kämen niemals in einen Drink, und ein paar Spritzer Campari wären kaum wahrnehmbar.
Können sie zusammen verwendet werden?
Absolut. Viele klassische Cocktails verwenden beides. Ein Boulevardier kombiniert Bourbon, süßen Wermut und Campari (einen Bitterlikör) und profitiert von ein paar Spritzern aromatischer Bitters. Beide zusammen zu verwenden schichtet unterschiedliche Arten von Bitterkeit übereinander: Der Likör liefert Körper und ein breites bitteres Rückgrat, während die Cocktail-Bitters darüber aromatische Komplexität hinzufügen.
Wo fängt man an?
Je eine Flasche von beiden genügt für den Anfang. Eine Flasche Angostura Aromatic Bitters und eine Flasche Campari ermöglichen zusammen Dutzende klassischer Cocktails. Die Angostura deckt die Welt der Spritzer-Bitters ab (Old Fashioned, Manhattan) und der Campari die Welt der Bitterliköre (Negroni, Americano, Spritz). Was danach kommt, hängt vom Geschmack ab.
Mehr entdecken
Weitere Ratgeber
Amaro und Speisen: Die italienische Pairing-Tradition
Amaro am Tisch: regionale italienische Traditionen, Käse und Amaro, Kochen damit und welche Flaschen zu welchem Gang passen.
Fernet-Kultur: Der Handshake, der Boilermaker und das Ritual
Fernet Branca als Ritual: der Handschlag der Barkeeper, der IPA-Boilermaker, Espresso con Fernet und der argentinische Fernet mit Cola.
Digestif vs. Aperitif: Die italienischen Trinkzeiten erklärt
Aperitif gegen Digestif: wann man welchen trinkt, wie sie schmecken und welche Flaschen die jeweilige Rolle ausfüllen.